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Langes Warten und dann noch zu wenig: Schüler an kreiseigenen Schulen erst jetzt mit IT-Endgeräten ausgestattet

Erst seit der vergangenen Woche können die Schülerinnen und Schüler an den kreiseigenen Schulen, den Berufskollegs und Förderschulen, die von der Kreisverwaltung im Rahmen des Förderprogramms Digitalpakt bestellten digitalen Endgeräte für den coronabedingten Distanz- bzw. Wechselunterricht nutzen. Bereits Anfang März hatte die Fraktion DIE LINKE eine umfangreiche Anfrage zur Versorgung der Schulen und der Schülerinnen und Schüler mit digitalen Endgeräten gestellt. In der Antwort der Verwaltung hieß es dazu: „Die Endgeräte sollen in Kürze geliefert werden.“ (Siehe Anfrage der Linken vom 11.03.21 und Antwort der Kreisverwaltung vom 31.03.21 – Drucksache 134/2021 – 1. Ergänzung). Zum heutigen Kreisausschuss teilte die Verwaltung jetzt mit, dass die Geräte – insgesamt 1.400 iPads - in den Kalenderwochen18 und 19 geliefert worden seien und von der 22. Kalenderwoche an (also seit der vergangenen Woche) von den Schülern genutzt werden könnten.

Die Technik kam Monate zu spät. – Praktisch ein ganzes Schuljahr verloren! Für Annetta Ristow, Kreistagsmitglied und schulpolitische Sprecherin der Linken im Kreistag, ist das ein Unding. „Das Schuljahr ist praktisch vorbei und glücklicher Weise geht auch die Pandemie und Infektionslage zurück, so dass wieder Präsenzunterricht in den Schulen möglich wird. Das heißt: Die Technik kommt viele Monate zu spät. Darunter leiden natürlich die Kinder, deren Eltern sich die Technik nicht leisten konnten. Die soziale Spaltung – schlechtere Lernbedingungen für ärmere Kinder – wurde durch Corona massiv vertieft.“ Zu wenig Geräte bestellt: Bedarf 1.629 Tablets – Lieferung nur 1.400! – Jedes 8. Kind geht leer aus! Und es wurden zudem zu wenig Geräte geliefert, stellt Simon Papel, sachkundiger Bürger der Linken im IT-Ausschuss fest. „Ich habe nachgerechnet: Im Jahr 2020 gab es an den Schulen des Kreises insgesamt 7.104 Schülerinnen und Schüler, davon 6.079 an den Berufskollegs sowie 1.025 an den Förderschulen. Wie sich aus der Antwort der Verwaltung auf unsere Anfrage ergibt, wurde an den Schulen eine Abfrage durchgeführt, die einen Gerätebedarf von 505 bei den Schülern an Förderschulen und 1.124 bei den Berufskollegs, also insgesamt einen Bedarf von 1.629 Geräten ergab. Werden jetzt nur 1.400 Geräte geliefert, geht jedes 8. bedürftige Kind an den Kreisschulen leer aus.“ Kritik an eingesetzter Software: Gravierende Sicherheits- und Datenschutzmängel. IT-Fachmann Simon Papel sieht auch die eingesetzte Software kritisch und fragt: „Die IT-Architektur des Lernmanagementsystem Logineo NRW mag durch externe Dienstleister und basierend auf Moodle gut durchdacht sein. Aber hält es wirklich allen Bedenken, Ansprüchen und Nutzeranstürmen stand? Eher nicht. Ausgerechnet die Ministerin für Schule und Bildung, Yvonne Gebauer (FDP), im Kabinett Laschet hat bekanntlich die Plattform wegen gravierender Sicherheits- und Datenschutzmängel gestoppt.“ Simon Papel betont: „Ich selber war jahrelang IT-Ausbilder und kenne die typischen Sicherheitsprobleme im Schulbereich. Schüler sind pfiffig und smart darin, Lehrer vorzuführen, indem sie Berechtigungskonzepte für Lehrer und Administratoren aushebeln oder Daten missbräuchlich nutzen. Zu oft musste ich erleben, wie Lehrende, Lernende und überforderte Eltern im Regen stehen gelassen wurden, wenn es um Ihre IT-Geräte oder dessen Support ging. Das ist auch sehr kniffelig. Ob das Ganze dann für den Rhein-Erft-Kreis wirklich von fünf beherzten Mitarbeitenden im sog. 2nd-Level-IT-Support für ca. 8.600 Schüler gestemmt werden kann?“ Die Fraktion DIE LINKE. im Kreistag wird das Thema – Versorgung der Schülerinnen und Schüler sowie der Auszubildenden mit IT-Endgeräten - intensiv weiterverfolgen. Der Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Hans Decruppe, kündigt an, dass zum nächsten Kreistag eine Anfrage kommen wird, ob das Jobcenter Rhein-Erft seine gesetzlichen Verpflichtungen erfüllt hat, anspruchsberechtigte Hartz IV-Familien von Amts wegen entsprechend zu beraten, und die Kosten für digitale Endgeräte (also Tablet, Laptop oder PC sowie Drucker) für anspruchsberechtigte Kinder übernommen hat.

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